Musikalisches Frühlings-Feuerwerk der Feuerwehrkapelle Aglasterhausen

Es herrscht fast eine Stimmung wie bei einem großen Familienfest, wenn sich zum traditionellen Frühjahrskonzert der Feuerwehrkapelle Aglasterhausen die Sport- und Festhalle bis zum letzten Winkel füllt. Langjährige Fans und Musikinteressierte jeden Alters strömten auch am Sonntag, den 21.03.2010 wieder zu dem mit Spannung erwarteten Ereignis. Sie wurden begrüßt mit der „Eurovisionsmelodie“ aus dem „Tedeum“ von Marc-Antoine Charpentier, gespielt vom Bläserensemble der Musikschule Mosbach. 1. Vorsitzende Monika Schäfer erinnerte in ihrer Begrüßung an die in mehr als 20 Jahren bewährte Zusammenarbeit der Feuerwehrkapelle mit der Musikschule Mosbach. Die jungen Bläser werden ausgebildet von Werner Engelhardt, dem Dirigenten der Feuerwehrkapelle und Fachbereichsleiter für Blechblasinstrumente an der Musikschule Mosbach. Seit Oktober 2009 spielt das Bläserensemble als jüngstes Ensemble der Musikschule zusammen. Die Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren bilden schon einen erstaunlich homogenen Klangkörper, wie zu hören war bei dem sauber intonierten Choral „Eventide Fall“ (William Henry Monk) und dem „Cranleigh Choral“ (David S. Morgan). In „Au clair de la lune“ (arr.: David S. Morgan)wurde das Stimmengeflecht souverän gemeistert. Die festliche „Marche Touraine“ von J. B. Lully beschloss den Auftritt der Kinder und Jugendlichen, die ihre so unterschiedlichen Stücke frisch, fröhlich und lässig, aber nie nachlässig darboten.


Ein Geburtstagsständchen der besonderen Art leitete über zum Auftritt der Feuerwehrkapelle.Johann Sebastian Bach, der an diesem Tag 325 Jahre alt geworden wäre, ehrte man mit zwei seiner vierstimmigen Choräle: „Freu dich sehr, o meine Seele“ und „Dein ist allein die Ehre“. Die Ausgewogenheit der Stimmen, der weiche Ansatz und die Phrasierung aus einem Guss machten diese Musik nicht nur für eingefleischte Bach-Fans zu einem zu Herzen gehenden Erlebnis. Dabei unterstützten die beiden neu angeschafften Pauken - gespielt von Maximilian Engelhardt - die Vierstimmigkeit der Bläser und die schmetternden Einwürfe der Trompeten.

Überraschungen sind das Markenzeichen von Werner Engelhardt und seinem inzwischen in vielen Musikrichtungen bewanderten Orchester. Gemeinsam hatten sie sich für dieses Konzert auf Neuland gewagt: „Filmmusik“ hieß das Projekt. „Goldeneye“ (arr.: Joe Grain) ließ mit tiefem Blech und rhythmischem Pochen gleich ein ordentliches James-Bond-Feeling aufkommen, einzelne Register spielten sich in raschem Wechsel die Bälle zu, ein bewegter Klangteppich mochte bei jedem Zuhörer andere Bilder im Kopf hervorrufen. Melodien zu Walt-Disney-Filmen in „A Disneyland Celebration“ (arr.: Michael Brown) verlangten den Musikern ein Höchstmaß an Disziplin, Aufmerksamkeit und Flexibilität ab: da wurde getrillert, marschiert, gebrüllt, gepfiffen, Vögel schwebten, Puppen tanzten, und eine grandiose Schlussszene ließ einen Blick in die Weite der Landschaft mit untergehender Sonne tun ........ und man stellte verblüfft fest, welche Bildkraft und Farbigkeit in diesen Filmmusiken steckt, ganz ohne Bilder. In „Out of this World“ (John Williams, arr.: Jay Bocock) tummelten sich die Helden von “Star Wars” mit E.T. im Weltraum zu einer Musik mit vielen Nuancen zwischen bombastisch und zart schwebend (Querflöten-Soli: Sandra Glier und Sigrid Wirth, Pauken: Maximilian Engelhardt). Beim „River-Kwai-Marsch“ zu Beginn des Stückes „Great Movie Marches“ durfte mitgepfiffen werden, bevor es echt broadwaymäßig „schräg“ weiterging (Schlagzeug: Yannick Kargl). „Can You Feel the Love Tonight“, ein Hit von Elton John (arr.: Ron Sebregts) appellierte an große Gefühle und ließ im überzeugenden Spiel der Musiker nichts von der Anstrengung und Anspannung spüren, die mit der Erarbeitung dieser Art von Stücken und Arrangements verbunden war. „I Do It For You” von Brian Adams (arr.: Ron Sebregts) lieferte das passende Motto für die traditionelle Verlosung und wurde mit den Solisten Cordula Sigmann (Klarinette) und Hartwig Zoder (Alt-Saxophon) geschmeidig und ausdrucksstark vorgetragen. Da das „Ständchen“ in diesem Jahr schon an den treuen Fan-Club vom Schwarzacher Hof vergeben war, durfte Glücksfee Jana Stark zwei glücklichen Gewinnern zu einem „Event-Gutschein“ gratulieren: am 6. November 2010 wird sich die Sport- und Festhalle Aglasterhausen in einen Gourmet-Tempel verwandeln, und unter den Klängen von „Best of 20 Jahre Feuerwehrkapelle“ werden sie zu einem kombinierten Ohren- und Gaumenschmaus eingeladen.

Ein musikalischer Dank in Gestalt des „Walzerzaubers“ (arr.: Franz Watz) galt anschließend dem Walzerfreund und langjährigen Fan und Gönner der Feuerwehrkapelle Josef Schwager. Gemessenen Schrittes und feierlich mit Pauken und Trompeten kam zum Schluss die „Kreuzritter-Fanfare“ des deutschen Komponisten und Militär-Kapellmeisters Richard Henrion daher (arr.: F. Malliart). Das begeisterte Publikum erklatschte sich noch weitere Zugaben aus der Welt der Filmmusik: „The Pink Panther Meets The Flintstones“ und „The Muppet Show Theme“. Zum Abschluss erklang in erfrischendem Stil-Mix zwischen Barock und Spiritual „The Saints´ Hallelujah“. Hoch verdient war der Beifall für den Dirigenten, der in gewohnt kurzweiliger Art durch das Programm geführt hatte und seine Musikerinnen und Musiker, die auf einen weiteren Höhepunkt in der Reihe der Konzerte der Feuerwehrkapelle Aglasterhausen wahrhaft stolz sein dürfen.

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