Frühlingskonzert mit Olympia – Flair

"Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er in die weite Welt" ... oder zum Frühlingskonzert der Feuerwehrkapelle Aglasterhausen. Eine große Zuhörerschar hatte sich wieder am Sonntag, den 10. April 2011, in der Sport- und Festhalle Aglasterhausen eingefunden. Gespannt war man auf neue musikalische Abenteuer mit der 25 Mitglieder starken Kapelle, die unter der Leitung von Werner Engelhardt seit vielen Jahren immer wieder für Überraschungen sorgt - und nebenbei auch längst die Frauenquote sogar in Führungspositionen erfüllt hat. Unterstützung kam an diesem Abend von den Gästen Katharina Engelhardt (Horn), Maximilian Engelhardt (Percussion) und René Macheleit (Percussion und Pauken).

Fruehlingskonzert 2011


Leichtfüßig und geschmeidig kam zu Beginn der Marsch "Musik, Musik" von Frantisek Kmoch daher. Wer seine Ohren jetzt auf "gewohnte" Blasmusik eingestellt hatte, dem wurde bei der mehrsprachigen Begrüßung durch Vorstand Monika Schäfer aber klar, dass jede Menge Neues und "Fremdes" zu erwarten war, nämlich Impressionen - Eindrücke aus aller Welt. "Norway Impressions" von Alfred Bösendorfer zauberte Bilder von einsam- schwermütiger Landschaft, von kurzem Gewitter, von fröhlichem Tanz und vom großartigen Panorama der Hauptstadt Oslo. Ein kurzes spannendes Intermezzo in Japan schloss sich an: "Sakura Variations" von Kees Vlak besang die Kirschblüte, ließ Clowns und Drachen auftreten und sorgte mit Percussion-Effekten für große Farbigkeit. In der Komposition "The Golden Lion" hatte Markus Götz chinesische Klänge für Blasorchester bearbeitet. Schnelle Wechsel der Klangregister und Einwürfe der Schlagzeuger (am Drum-Set: Yannic Kargl) brachten den zunächst gemächlich daher tapsenden Löwen immer mehr in Fahrt und schließlich sogar zum Tanzen. Vom selben Komponisten stammt das anlässlich der weltgrößten Ausstellung für Blasinstrumente in Chicago entstandene Stück "Chicago Festival (Ouvertüre für Blasorchester)". Auch hier bewiesen die Musikerinnen und Musiker höchste Konzentration und Beweglichkeit. Vom großen festlichen Gestus zum Beginn über chromatische Passagen, schmissige Melodien über pulsierendem Schlagezeug-Rhythmus bis zum furiosen Schluss im Musical-Sound wurde das Stück bravourös gemeistert. "Deutschland ist schön" - an diesem Frühlingstag ein passendes Motto und zugleich der Titel eines "Volksliedermedleys" von Heinz Briegel. Dezentes "Pferdegetrappel" der Percussionisten begleitete die fröhlich marschierenden Bläser. Die konnten während der anschließenden Ständchen-Verlosung (die Glücksfee Jana Stark konnte diesmal einen ganz jungen Trompetenschüler erfreuen) noch einmal Kraft schöpfen für das äußerst ehrgeizige restliche Programm. Die beiden folgenden Stücke standen unter dem olympischen Motto "citius – altius - fortius" - schneller, höher, stärker - und stellten wahrhaft eine sportliche Herausforderung für die Kapelle dar. In "Call of the Champion" von John Williams (arr. John Moss) wird das offizielle Thema der olympischen Winterspiele von 2002 variiert, mit weit gespannten Melodiebögen und "Ausflügen" in harmonisch entlegene Gefilde. In dem Medley "The Olympics – A Centennial Celebration" (arr. John Moss) liefen die tiefen Bläser zu sportlicher Hochform auf. Aber auch die übrigen Klanggruppen und die Schlagzeuger agierten virtuos und flexibel bei schnell wechselnden Einsätzen und Stimmungen. Der Mut des Dirigenten, seinem Laienorchester ein solches Stück "zuzumuten", wurde durch die begeisterte Reaktion des Publikums belohnt. Dem Andenken eines im letzten Jahr verstorbenen Musikerkollegen (Friedrich Specht) widmete die Feuerwehrkapelle den anschließenden Marsch "Them Basses" von G.H. Huffing. Noch einmal kam zünftige Stadion-Atmosphäre auf bei "Arena Classics", einem Medley von Alfred Bösendorfer mit Melodien bekannter klassischer Märsche - und dem "Solisten" Werner Engelhardt an der Trillerpfeife. Natürlich erklatschte sich das begeisterte Publikum noch zwei Zugaben, herrlich lässig und souverän dargebotene "Highlights" aus vorangegangenen Konzerten. Unmissverständlich am Ende die musikalische Aufforderung "Muss i denn zum Städtele hinaus" - irgendwann muss Schluss sein.

In der Chronik der Feuerwehrkapelle Aglasterhausen setzt dieses Konzert einmal mehr einen Glanzpunkt. Es ist zu hoffen, dass dieses Orchester unter diesem Dirigenten uns noch lange erhalten bleibt.

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