Gelungenes Spiel mit Emotionen - Die Feuerwehrkapelle Aglasterhausen präsentiert bei ihrem Frühlingskonzert ein spannendes Musikprogramm voller Gegensätze

Aglasterhausen. (jbl) Musik ist eine Ausdrucksform von Gefühlen, und so vielfältig wie Emotionen sein können, so vielfältig präsentierte die Feuerwehrkapelle Aglasterhausen ihr Frühlingskonzert.

Dirigent Werner Engelhardt hatte einen bunten Melodienstrauß zusammengestellt, der immer wieder für Überraschungen sorgte, begonnen mit dem an das bekannte Kirchenlied "Ave Maria" angelehnten Stück "il signore é con te" (Kees Vlak), über die "Variationen des lieben Augustin" (Gerd Kofler) bis hin zum absoluten Gegensatz, dem Stück "Our Yesterdays Lengthen Like Shadows" von Samuel R. Hazo.

 Ab und an hörte man aus den Zuhörerreihen begeisterte Ausrufe wie "Stark!" oder "Klasse!". Da wurde die Medodie "O du lieber Augustin", die man im Dreivierteltakt erwartete, im Vierviertel-, teilweise gar im Fünfvierteltakt gespielt. Als Schatten - "shadow" - klang im folgenden Stück der Ton "es" mal von den unterschiedlichen Instrumentengruppen durch das ganze Stück mit.

Eine Riesenfreude mache ihm das Spiel mit den Musikern, verriet Werner Engelhardt, und diese merkte man dem Programm des Abends an. Um die hohen Erwartungen des Publikums zu erfüllen, hatte man sich größte Mühe gegeben. Sollte dies nicht klappen, so setzte man auf den Olympischen Gedanken "Dabeisein ist alles", ausgedrückt mit dem Stück "Olympic Tune" (Thomas Berghoff).

"Tuut, tuut!", erscholl die Dampflok, und ab ging es mit dem "Lima Express" (Randy Beck) auf eine Reise durch Südamerika und durch lateinamerikanische Tanzstile, wie zum Beispiel Cha-Cha-Cha und Samba.

Dabei wurde nicht nur dem Dirigenten heiß. Weiter sezte man gedanklich in die Karibik über und übte dort die musikalische Leichtigkeit des Seins im "Caribbean Summer" (Luigi di Ghisallo). Ein Stück mit drei Sätzen, das mit dem "Guadeloupe", einem Cairbbean Waltz, (bekannt ist der Stil auch aus dem Musical Westside Story: "America"), dem "Coconut Vendor" und dem Satz "Caribbean Nights" den Sommer verfrüht in die Sport- und Festhalle holte.

Der Tango stammt eigentlich aus Argentinien, aber auch in Italien spielte man diese Musik. Adolf Angst schrieb das Stück "Tessiner Frühling", eine Tangoserenade. "Da können sich die Trompeter so richtig austoben", versprach Engelhardt Soli in den Trompetenregistern.

Weiter ging es im Programm mit dem "Sweet Bugle" (Harald Kolasch), einem Solo für das selten in der Feuerwehrkapelle in Erscheinung tretendeFlügelhorn, gespielt von Monika Schäfer.

Mal melancholisch, mal ausgelassen, so klingen der ungarische Csárdás und das Stück "Roter Paprika" von Herbert Nieswandt. Und weil der Dirigent die Gegensätze liebt, folgte dem ungarischen Volkstanz ein echter Walzer, "für den Seppel". Ein Stück echte böhmische Blasmusik vom großen Komponisten Josef Pancor, "Der schönste Tag im Jahr". "Bitte nicht Tanzen!", bat Engelhardt.

Die Feuerwehrkapelle verstand es immer wieder, einen "draufzusetzen", und so folgte als fulminanter Abschluss vom "König der Marschmusik", John Philip Sousa, der "Washington Post March" nach einem Arrangement von Jay Bocook. Das Publikum jubelte.

Ohne Zugabe wollte man die Musiker nicht gehen lassen. Diese spielten im Gedenken an die erst kürzlich verstorbene Sängerin Whitney Houston den populären Song "One Moment in Time".

Was konnte da den besseren Schlusssatz bilden als ein "Hoch auf das Badnerland", das Badnerlied, dirigiert von Bürgermeister Erich Dambach. Mit viel Dank und Applaus endete der imposante musikalische Frühlingsabend.

© Rhein-Neckar-Zeitung - 04. April 2012

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